Rund um das Erbrecht

Nach uns die Sint­flut — Das in der Tat ist die Maxi­me, nach der die meis­ten Mit­bür­ger han­deln, wenn es um ihr Ver­mö­gen geht. Gut 2/3 der erwach­se­nen Deut­schen haben kein Tes­ta­ment errich­tet, obwohl sie beträcht­li­ches Ver­mö­gen ange­sam­melt haben. Das Ver­mö­gen der Bun­des­deut­schen wird auf 7 Bil­lio­nen Euro geschätzt. Der durch­schnitt­li­che Nach­lass­wert liegt heu­te schon bei über € 150.000,00.
Jeder der min­des­tens über ein klei­nes Ver­mö­gen ver­fügt und sei­en es nur ein paar tau­send Euro, soll­te jedoch eine letzt­wil­li­ge Ver­fü­gung, ein Tes­ta­ment oder einen Erb­ver­trag errich­ten. Die ver­brei­te­te Vor­stel­lung, das Gesetz ber­ge doch sicher kei­ne beson­de­ren Über­ra­schun­gen, erweist sich viel­fach als Irr­tum. Die gesetz­li­che Erb­fol­ge lenkt nicht sel­ten das Ver­mö­gen in eine ganz ande­re Rich­tung, als es sich der Erb­las­ser vor­ge­stellt hat, wie nach­fol­gen­de Bei­spie­le zei­gen:

  • In der Regel führt die gesetz­li­che Erb­fol­ge in die Erben­ge­mein­schaft. Lei­der hat es das Gesetz so ein­ge­rich­tet, dass sich die Erben das Leben äußer­st schwer machen kön­nen. Wer per Tes­ta­ment eine Erben­ge­mein­schaft ver­mei­det, schützt das Ver­mö­gen und stif­tet Frie­den.
  • Kin­der­lo­se Ehe­part­ner beer­ben sich nicht gegen­sei­tig allein, son­dern der Über­le­ben­de erbt zusam­men mit den Eltern.
  • Ein kin­der­lo­ser Ledi­ger, des­sen Vater nicht mehr lebt, wird nicht etwa nur von sei­ner Mut­ter beerbt. Ist näm­li­ch der Vater vor­ver­stor­ben, erben neben der Mut­ter die Geschwis­ter des Erb­las­sers, ja sogar des­sen Stief­ge­schwis­ter, wenn der Vater Kin­der aus der Bezie­hung mit einer ande­ren Frau hin­ter­las­sen hat.
  • Vie­le wis­sen nicht, dass das Erbrecht des über­le­ben­den Ehe­part­ners auch vom ehe­li­chen Güter­stand abhängt, in wel­chem man gelebt hat. So erbt der Über­le­ben­de gesetz­li­ch 1/4 weni­ger, wenn die Ehe­leu­te z. B. Güter­tren­nung ver­ein­bart hat­ten. Das ist eine Fol­ge, an die bei Abschluss des Ehe­ver­tra­ges oft über­haupt nicht gedacht wird.

Das gesetz­li­che Erbrecht des BGB besteht aus einer Kom­bi­na­ti­on meh­re­rer Prin­zi­pi­en.

Wer die­ses Dickicht durch­drin­gen will, soll­te sich nicht scheu­en, einen anwalt­li­chen Bera­ter auf­zu­su­chen, um mög­lichst früh­zei­tig für sich und sei­ne Hin­ter­blie­be­nen die rich­ti­ge Lösung zu fin­den.

Es geht nicht nur dar­um, wel­che Form die letzt­wil­li­ge Ver­fü­gung haben soll­te, ob Tes­ta­ment oder Erb­ver­trag, sowie die kor­rek­te Form zu beach­ten. Es geht ins­be­son­de­re auch um die Fra­ge des rich­ti­gen Inhalts einer letzt­wil­li­gen Ver­fü­gung, eines Tes­ta­ments oder eines Erb­ver­tra­ges.

Soll ich nur einen Erben ein­set­zen oder meh­re­re? Macht eine Nach­lass­ver­wal­tung Sinn? Wie erfolgt die Nach­las­saus­ein­an­der­set­zung? Kann ich im Fal­le der Erben­ge­mein­schaft eine Tei­lungs­an­ord­nung ver­fü­gen oder ein Vor­aus­ver­mächt­nis, ein Ver­mächt­nis oder ein Nieß­brauch­ver­mächt­nis? Macht eine Vor- oder Nach­erb­schaft Sinn? Wann macht eine Vor- oder Nach­erb­schaft Sinn? Wie kann ich den Vor­er­ben befrei­en? Was ist eine Ersat­z­erb­schaft? Wie soll­te ein gemein­schaft­li­ches Tes­ta­ment von Ehe­gat­ten aus­se­hen? Wann ist eine Tes­ta­ments­voll­stre­ckung sinn­voll? Wie ver­hält es sich mit dem Pflicht­teil? Wer denkt an Voll­mach­ten für den Todes­fall? Wie sieht es mit der Erben­haf­tung aus? Kann steu­er­op­ti­miert ver­schenkt oder ver­erbt wer­den? Wel­che Aus­kunfts­an­sprü­che gibt es im Erbrecht? Wel­che Grund­la­gen für die Durch­set­zung erbrecht­li­cher Ansprü­che habe ich? Was ist eine Vor­sor­ge­voll­macht, eine Pati­en­ten­ver­fü­gung oder Betreu­ungs­ver­fü­gung? Macht viel­leicht eine Stif­tung Sinn?

Auch anhand die­ses Fra­gen­ka­ta­logs, der alles ande­re als einen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit besitzt, kön­nen Sie erken­nen, dass jeder eine Mit­ver­ant­wor­tung dafür trägt, ob er geord­ne­te Ver­hält­nis­se oder ein Poten­ti­al für ner­ven­auf­rei­ben­de und kos­ten­träch­ti­ge Kon­flik­te hin­ter­lässt.

Wer die­se Ver­ant­wor­tung wirk­li­ch ern­st nimmt, ver­lässt sich nicht auf sei­ne recht­li­chen Instink­te, son­dern inves­tiert bei­zei­ten in eine qua­li­fi­zier­te Bera­tung. Die Kos­ten betra­gen einen Bruch­teil der­je­ni­gen eines Erben­streits.

Herr Rechts­an­walt Wer­ner Dory – Fach­an­walt für Erbrecht – unter­stützt und berät Sie bei der Abfas­sung Ihrer letzt­wil­li­gen Ver­fü­gung und bei der erbrecht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung.

Sekre­ta­ri­at: Frau Baran­ja

E-Mail: Diana.Baranja@dory.de

Tele­fon: 07161/96062–17